Betriebliches Gesundheitsmanagement: was nutzt es, daß es nutzt, wenn es keiner nutzt …

Betriebliches Gesundheitsmanagement: was nutzt es, daß es nutzt, wenn es keiner nutzt …

Nehmen wir an, es gäbe ein Instrument, das Ihnen – nach vorsichtigen Schätzungen – für jeden Euro, den Sie investieren, durch Kostensenkung und Effizienzsteigerung zwischen 3,50 Euro und 16,00 Euro wieder einspielt. Es könnte ohne allzu großen Aufwand auch mehr sein. Außerdem ist Ihre Investition ziemlich risikoarm: denn es geht um geringe Einstandsinvestitionen, der längerfristige Ressourcenbedarf ist überschaubar und Wirkungen treten üblicherweise so auf, daß Sie die Kosten häufig bereits innerhalb des ersten Jahres wieder mehr als einspielen werden, der Nutzen jedoch längerfristig erhalten bleibt. Eigentlich kein schlechtes Geschäft für mittelständische Unternehmen in Zeiten von Kreditklemme und Krise, möchte man denken.

Schlagen Sie ein? Das ist ein Zeichen von Klugheit. Empirisch sind Sie jedoch in einer Minderheit. Denn dieses Instrument gibt es tatsächlich: es heißt Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM). Allerdings hat es bei vielen Unternehmern im Mittelstand keinen allzu guten Ruf: bürokratisch sei das Ganze, dann die komplizierten Gesundheitsberichte der Krankenkassen, die sowie keiner verstehe. Aber vor allem: wer auf einmal alles mitreden wolle im Betrieb …! Und na, in Großunternehmen könne man sich ja diesen Wasserkopf eben leisten.

Doch es könnte bei diesem Thema am Ende so sein, wie mit dem berühmten dem Dichter Bert Brecht zugeschriebenen Zitat: „Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin“. Der in Friedensbewegten Zeit gern zitierte Text geht nämlich weiter: „Dann kommt der Kampf zu Euch!“. Belastungen machen nämlich keinen Bogen um Sie.

Gesundheitsmanagement mag einen schlechten Leumund haben, doch die Zahlen zeigen, daß Ignorieren nicht hilft. Seit dem historischen Tiefststand im Jahr 2005 steigen die Krankenstände in deutschen Unternehmen wieder stetig an, vor allem jedoch wächst die Zahl der Menschen, die aufgrund psychischer Belastungen im Schnitt besonders lange ausfallen. Frühzeitiges Gegensteuern ist essentiell, denn was wäre, wenn Ihr Vertriebsleiter oder der erfahrene Meister aus der Fertigung betroffen wäre?

Ja, es stimmt: viele Diskussionen beim Thema „BGM“ klingen nach Wohlfühlen, Schonhaltung oder bloß akademischem Diskurs!

Doch wenn Sie hinter diese Fassade schauen, zeigt sich ein Kern von Elementen, die in einer wohl abgewogenen Kombination aus individueller Gesundheitsförderung, Eingriffen in die Arbeitsorganisation und einem Leistung und Gesundheit stärkenden Führungsstil erhebliche Produktivität freisetzen können. Und es hat auch niemand behauptet, daß man bei intelligenten Gesundheitsförderungs-Initiativen nicht zwischen mittelständischen Unternehmen zusammen arbeiten dürfe. Denn natürlich wird der lokale Fensterbauer mit 50 Mitarbeitern nicht alleine ein Unterstützungsprogramm mit Hotline und Betreuung stemmen, doch wenn fünf Unternehmer sich eine Investition teilen, wäre auch die leidige Diskussion vom Tisch, BGM sei nur etwas für Konzerne.

Es wäre fahrlässig, auf ein gutes Instrumentarium zu verzichten, weil manche Anbieter auf der BGM-Klaviatur schräge Töne produzieren und das Betriebliche Gesundheitsmanagement ideologisch instrumentalisieren, denn dafür ist die Leistungsfähigkeit Ihrer Mitarbeiter zu wichtig.

Wagen Sie einen neuen Blick auf das „Betriebliche Gesundheitsmanagement“ – auch in Ihrem Unternehmen?

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