Ein Business Plan? – Wofür eigentlich?

Ein Business Plan? – Wofür eigentlich?

Die meisten Unternehmen haben keinen aktuellen Geschäftsplan. Viele Unternehmer planen die Aktivitäten in ihrem Urlaub genauer als die Aktivitäten in ihrem Unternehmen. Üblicherweise werden Geschäftspläne nur aufgestellt, wenn Dritte ihn anfordern, zum Beispiel Banken. Dabei ist der wichtigste Adressat des Business Plans der Unternehmer, der ihn aufstellt.
Die Zukunft ist ungewiß, die Umwelt ist komplex und nicht leicht zu verstehen. Einen aktuellen Geschäftsplan zu haben ist daher so essentiell für die Unternehmensführung wie die Routenplanung bei einer Reise durch unbekanntes Land.
Ein guter Business Plan überzeugt und begeistert auch Führungskräfte und wesentliche Entscheider wie Banken, denn er vermittelt Struktur und Sinn. Er erklärt, wohin die Reise geht, und zeigt den Beteiligten, auf welchem Weg das Ziel zu erreichen ist. Er verhilft zu einem besseren Rating bei Banken und unterstützt die frühzeitige Vorbereitung einer gelungenen Unternehmensnachfolge.
Wer einmal einen Geschäftsplan niedergeschrieben hat, weiß, wie sehr diese “Übung” zu klarer Zielformulierung, zu Realismus und zu einer ganzheitlichen Perspektive zwingt. Der Unternehmer löst sich dabei aus der Gefahr der Betriebsblindheit und erkennt, ob der eingeschlagene Weg zukünftig noch funktionieren wird. Engpässe und bisher unerkannte Schwächen werden sichtbar. Herausforderungen für die weitere Unternehmensentwicklung werden frühzeitig erkannt. Gleichzeitig wird sich der Unternehmer seiner Stärken bewußt und entwickelt Ansatzpunkte zum Ausbau von Wettbewerbsvorteilen.
Den Geschäftsplan erstmals aufzustellen ist ungewohnt, geradezu lästig. Die regelmäßige oder anlaßbezogene Aktualisierung geht schon leichter von der Hand. Diese wiederkehrende Pflege macht sogar Spaß, weil ein aktueller Geschäftsplan Sicherheit und Zuversicht bei weitreichenden Entscheidungen gibt.
Was gehört hinein?
Der Umfang und die Detailliertheit des Business Plans sind abhängig von der Größe und Komplexität der Geschäftstätigkeit. In jedem Fall sollte man nicht perfektionistisch vorgehen, sondern Pragmatismus walten lassen. Je ein Kapitel beschreibt:

  • das Unternehmen
  • dessen Produkte und Leistungen
  • die Absatzmärkte
  • das Marketing und den Vertrieb
  • die Finanzierung
  • die Unternehmensführung
  • die Menschen im Unternehmen und ihre Fähigkeiten

Auf diese Weise beantwortet der Geschäftsplan die für den Unternehmer wesentlichen Fragen:

  • Was für ein Geschäft betreibe ich?
  • Wer sind meine Kunden?
  • Was brauchen diese Kunden?
  • Wie erreiche ich sie?
  • Warum sollen diese Kunden die Leistung gerade bei mir kaufen?
  • Wie will ich die Leistung erbringen? Welche Vorleistungen muß ich einkaufen?
  • Mit welchen Kosten muß ich rechnen?
  • Welche Mitarbeiter brauche ich?
  • Woher nehme ich das notwendige Kapital?
  • Was will ich verdienen?

Eine vorangestellte Zusammenfassung sollte nicht mehr als eine Seite umfassen. Finanzielle Planungen und andere wichtige Dokumente bilden den Anhang.

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