Das Märchen vom Fenster

Das Märchen vom Fenster

Es waren einmal junge dynamische Zwillinge, die etwas unternehmen wollten. Einer, Willi Tore, lebte
in Deutschland. Er wollte in seiner Garage eine kleine Software-Schmiede starten. Hier sein Leidensweg:
Seine Garage hatte keine Fenster. Wenn er aber mit seinen Kollegen darin arbeiten wollte, musste sie
gemäß der Gewerbeaufsicht Fenster haben. Er stellte einen Bauantrag, der allerdings abgelehnt
wurde, weil eine Garage gemäß Bauaufsicht keine Fenster haben darf.
Als mutiger Unternehmer unternahm er etwas, machte sich strafbar, schlug ein Fenster in die Garage
und startete sein Geschäft. Willi war nicht nur mutig, sondern auch gut und sein Kollege ein kluger
Kopf. Der Erfolg war groß. Die beiden nächsten Mitarbeiter sollten eingestellt werden. Aber die
Gewerbeaufsicht verlangte zuerst eine Toilette. Beides zusammen überstieg seine finanzielle Kraft.
Seine Bank finanzierte gern die Toilette aber nicht die klugen Köpfe. Trotz der Widerstände
entwickelte sich sein Geschäft recht gut.
Der fünfte Mitarbeiter sollte eine Mitarbeiterin sein. Wieder schritt die Gewerbeaufsicht ein. Es musste
eine zweite Toilette her. Die zarten Bächlein der Gewinne flossen in Fenster, behördliche
Genehmigungen, Bankzinsen und Toiletten. In Gips statt in Grips.
Das war das Ende eines Traums. Die Behörden waren stolz, sie hatten 6 Arbeitslose mehr
geschaffen, die sie verwalten durften. Die Bank hatte zwei Toiletten in ihrem Besitz. Der junge Mann
wurde bestraft wegen des Fensters und galt jetzt als Versager.
Sein Bruder auf der anderen Seite des Atlantiks hatte seinen Namen etwas geändert: Von „Tore“ in
„Gates“. Bill nahm seinen Bruder zu sich und in Erinnerung an die Erlebnisse in Deutschland nannten
sie ihr neues Produkt „Windows“.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann öffnen sie noch viele Fenster zur Welt, schaffen tausende
von Arbeitsplätzen und werden Milliardäre.

Posts Carousel

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked with *